© Spanm
Eisen

Kapitel 3

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"'Ähm,... das hat mich genauso überrascht, wie dich jetzt. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass er sowas von mir verlangen wollte!"

Sandy lässt sich von Bert unterbrechen:
"Was wollte er nun wirklich? Jetzt erzähl schon!"

"Ach Bert, du weisst ja, wie zerstreut Elsenwald ist. Er meinte natürlich was anderes.
Er hat mir erklärt, ich soll ihm das Archiv aufräumen.
Hahahaha.
Natürlich bin ich zuerst erschreckt, du kennst mich doch.
Das Archiv ist in einem richtig verwüsteten Zustand, ich weiss nicht, ob es jemals jemand aufgeräumt hat.
Naja, aber lieber wars mir, als die blöden Dinger zu zahlen."

"Ok, das erklärt auch deine Verspätung. Wie ist... hast du das mitn aufräumen eigentlich hinbekommen? Ich meine, das hörte sich nach ziemlich viel arbeit an."

"Ich muss die restliche Woche hin, es gibt noch viel zu tun."
Sie spricht hastig und hält sich ungewöhnlicher Weise sehr kurz.

"Aber irgendetwas stimmt doch nicht? Sonst schmückst du deine Geschichten auch aus... ohne Ende."

Als er sie streng anschaut, fährt sie sich instinktiv auf ihren Hintern und macht eine etwas ängstiche Miene.
"Nein, alles bestens."

Er will es aber nicht glauben:
"So, es reicht! Wieso greifst du dir ständig auf den Hintern?? Lass mich mal sehen..."

Sie zuckt zurück, wie er versucht, ihren Po zu begutachten.

"Nein! Schon gut, ich erzähl dir ja alles!
Hm, naja, es ist garnicht so einfach."
Sie lässt sich durch ein Rotwerden unterbrechen, fährt dann aber wieder fort:
"Es war so. Das Archiv war dann irgendwie doch mehr, wie ich mir gedacht hatte.
Es war so furchtbar langweilig da drin.
Das blöde Radio. Es waren so ein langweiliger Sender eingespeichert und ich wollte ihn verstellen und da ist der Knopf abgegangen.
Naja, das tut nichts zur Sache.
Also, ich wollte es mir ein bisschen romantisch machen und hab eine Kerze angezündet.
Ja, genau.
Ja und dann, und dann, ich war so richtig mitten in der Arbeit, hat das Handy wieder geklingelt.Naja, es war Britta.
Sie hat mir gesagt, dass sie ganz einen Süssen kennengelernt hat.
Und sie war grad im Café Rose, du weisst doch, das Café gegenüber dem Musem."

Bert nickt.

"Sie hat gesagt, ich solle ihn mir mal anschauen.
Und da bin ich beim Ausgang raus, und hab mich hinter einem Gebüsch versteckt, um zu beobachten.
Naja, süss war der nicht.
Und es war auch ein bisschen windig, mir wurde kalt.
So ging ich wieder zurück.
Auf den Weg sah ich, dass die Tür von Elsenwalds Büro offenstand.
Ich hatte irgendwie ein komisches Gefühl, und wollte mich leise vorbeischleichen.
Aber er hat mich bemerkt und hat mich zu sich hineinbefohlen.
Ja, richtig befohlen hat ers mir!
Naja, da stand ich also vor ihm.
Zuerst hab ich vor Aufregung garnicht bemerkt, dass Jacques auch da war.
Er sah irgendwie aufgebracht aus, so kannte ich ihn garnicht.
Dann stellte mich Elsenwald zur Rede.
Er sagte, was ich denn nun schon wieder angestellt hatte, aber ich wusste wirklich nicht, was er damit meinte.
Als er vom kleinen Feuer sprach und dass alles vernichtet sei wurde mir irgendwie eigenartig.
Schliesslich sagte er genau, was passiert war.
Naja, weil es im Raum so stickig war, hatte ich das Fenster offengelassen.
Aber ich konnte ja nicht ahnen, dass dieser blöde Wind reinbläst!
Ähm, also der Wind hat die Papiere aufgewirbelt und da wird wohl eins auf die Kerze gefallen sein.
Naja, mir war das dann schon irgendwie sehr unangenehm.
"Alles verbrannt" schrie er mich an.
Ähm, und dann sagte er, naja...."

Sandy schämt sich nun wirklich sehr und traut sich garnichtmehr weiterreden.
Aber Bert besteht darfauf, und vordert sie mit Nachdruck zum Reden auf:
"Sandy, erzähl endlich weiter! Was ist denn nun wirklich passiert!"

Sie wird rot und schreit ihn an: "Na gut!"
Dann beruhigt sie sich wieder: "Ich erzähl ja schon.Aber mir ist es wirklich peinlich."

Sie zupft an ihrem Ohrläppchen.
"Er hat gesagt, ich meine, Elsenwald hat gesagt, ähm... naja.
Er meinte, dass ich ein wirklich böses Mädchen bin.
So waren seine Worte.
Und... und.. und er sagte, er ...äh... er .... mir gehört der Hintern versohlt und zwar sofort!"
Sandy tritt von einem Bein auf das andere.